Erythropoietin ist ein Wachstumsfaktor für rote Blutkörperchen (Erythrocyten), der in der Niere gebildet wird. Er regelt also indirekt den Sauerstoffhaushalt des Körpers. Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, die sich regelmäßig einer Dialyse unterziehen, können diesen Stoff nicht in ausreichender Menge produzieren und leiden daher an Blutarmut (Anämie).

Esgelang, die genetische Information für EPO zu isolieren und das Protein so künstlich herzustellen. EPO gehört zu den sogenannten Glykoproteinen. Bei dieser Gruppe von Proteinen sind bestimmte Aminosäuren noch mit Kohlenhydraten verknüpft. Im Falle von EPO ist diese Verbindung mit Kohlenhydraten für die Wirkung unbedingt erforderlich. Die üblicherweise zur genetischen Produktion verwendeten Bakterien, können eine solche Bindung aber nicht herstellen. Für die Produktion von EPO muß man daher Zellkulturen von tierischen oder menschlichen Zellen nutzen.

EPO regt auf dem Blutweg die Erythropoese an (Zelldifferenzierung, schnelle Vermehrung der Retikulo- u. Erythrozytenzahl im peripheren Blut, Steigerung der Purin- u. Hämsynthese, des Eisenstoffwechsels u. des Sauerstoffverbrauchs). Es ist ein sehr wirkungsvolles Medikament, manchmal wird es auch als Zusatz zu Bluttransfusionen verwendet um bei hohen Blutverlust die Eigenproduktion zu verstärken.

Das Hormon-Präparat Erythropoietin (EPO) gilt bei den Ausdauerleistern im Hochleistungssport als Modedroge. Das künstlich hergestellte Erythropoietin vermehrt die Zahl der roten Blutkörperchen, ohne daß bis zum Jahr 2000 zwischen körpereigenen und zugeführten Hormonen zu unterscheiden war. Dadurch hatte es für den Benutzer den entscheidenden Vorteil, daß es nicht verläßlich nachgewiesen werden konnte. Darum konnte es vom Internationalen Olympischen Komitee nicht auf die verbindliche Liste der verbotenen Mittel gesetzt werden. Das Nationale Australische Sportinstitut (AIS) nahm im Frühjahr- / Sommer 2000 Tests an 22 Probanden vor, die eine Hälfte bekam Epo die andere ein Placebo. Bei ersteren wurden "erhebliche Leistungsfortschritte gemessen", der Hintergrund der Testreihen ist, einen standardisierten Urin- oder Bluttest zu entwickeln um die Zufuhr von künstlichen EPO zweifelsfrei nachweisen zu können. EPO kann nun auch in geringen Konzentrationen seit 2000 Ende durch ein mehrstufiges Verfahren, das durch Françoise Lasne und Jacques de Ceaurriz vom Laboratoire national de détection du dopage (LNDD) entwickelt wurde, im Urin nachgewiesen werden.

Da EPO und seine Derivate schon nach wenigen Tagen völlig abgebaut und damit chemisch nicht mehr nachweisbar sind, während der Leistungssteigernde Effekt noch Tage oder Wochen anhält, gibt es neben dem direkten Nachweis auch Verlaufsprotokolle anderer Blutparameter welche Aufschluss über einen möglichen EPO-Missbrauch geben. Auf Grundlage dieser Parameter wurde 2001 vom oben erwähnten AIS ein statistisches Modell entwickelt, dass diesen Nachweis führen kann.

Einen ähnlichen Effekt wie EPO erzielt auch Blut Doping allerdings ist die Benutzung von EPO bequemer und erfordert nur eine Anzahl von Injektionen. Das aufwendige Verfahren, Erythrocyten durch Höhentraining im Blut anzureichern, das derart angereicherte Blut zu konservieren und dem Athleten vor einem Wettkampf wieder zuzuführen, wird dadurch auf simple Weise imitiert. (Erfordert ungefähr 1 Liter Blut, das man dann einfriert. Später taut man es wieder auf um es wieder zu injizieren) Allerdings ist EPO nicht ganz ungefährlich. Es wird vermutet, das es für den Tod von 6 holländischen Ausnahmeradfahrern verantwortlich ist. EPO hat einen drastischen Effekt auf den Hematocritwert, der den Prozentsatz der roten Blutzellen im Blut bestimmt. Ein Hematocritwert von 30 bedeutet, daß 30% der Ausgabe des Bluts aus roten Blutzellen besteht. Bei Athleten ist es nicht ungewöhnlich einen überdurchschnittlichen Hematocritwert zu haben. Wenn ein Athlet EPO einspritzt, kann dieser Wert noch gesteigert werden. Das ergibt eine besonders hohe Konzentration von Rotenblutkörperchen. Die Gefahr setzt ein wenn das Hematocritniveau zu hoch wird. An diesem Punkt wird das Blut ' dickfüssig ' und kann eine Arterie buchstäblich verstopfen, welches z.B. zu einen Herzschlag, einem Herzausfall oder einem Lungenödem führen kann. Das Potential für solche "Unfälle" wird noch grösser, wenn ein Athlet entwässert. EPO-Gebrauch ist unter Ausdauerathleten am weitverbreitetesten, dennoch haben eine Anzahl von Gewichthebern mit EPO experimentiert. Aber gerade die Ausdauersportler dehydrieren während des Sportes stark und damit steigt die Gefahr mehr als bei Gewichthebern einen Herzschlag o.ä zu erleiden. Wirkungsvolle Dosis Zwischen 50-300 IU/kg des Körpergewichts. Nicht für mehr als 6 Wochen verwenden.

 

Im Jahr 2007 übersteigt die jährlich produzierte Menge EPO den tatsächlichen therapeutischen Bedarf um das Fünf- bis Sechsfach.