• Hallo Das Auge des Vorgesetzten,


    zu den 30 Ampullen im Safe:


    Ob das vor Gericht dann auch tatsächlich standhalten wird ist leider nicht sicher. Denn man verstößt zunächst gegen die Höchstmengen der Dopingmengenverordnung!


    Man kann dem zwar entgegnen, dass die Gesamtumstände in dem konkreten Einzelfall keine Indizwirkung einer Drittabgabeabsicht begründen können. Allerdings sollte man darauf nicht unbedingt wetten. Meine begründete Rechtsmeinung ist eben nur eine Meinung. Ich kann nicht dafür garantieren, dass ich auch recht behalten werde.


    Ich sehe aber gute Chancen, dass man das gewinnen kann. Es sprechen meines Erachtens gute Gründe dafür, dass die Höchstmengen der Dopingmengenverordnung in bestimmten Fällen aufgeweicht werden können. Das wird aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer völligen Frage des Besitzes führen.


    Denn wer zum Beispiel ein Kilo Testosteron lagert, dem wird sicherlich keiner glauben, dass das für den Eigenkonsum war.


    Du solltest Dir darüber im Klaren sein, dass sowohl der Staatsanwalt als auch der Richter wahrscheinlich keine Ahnung davon haben werden, was denn eine normale Menge für den Eigenkonsum im Bereich des Bodybuildings darstellt. Die können aber lesen und in der Gesetzesbegründung steht eben eine Menge für einen Monat.


    Dass ein Zeitraum von einem Monat irgendwie willkürlich ist, liegt in der Natur der Sache. Denn hier kann es keinen logisch begründbaren Lagerzeitraum geben. Dass der Staat da niedrige Grenzen setzt, ist nach meinem Dafürhalten juristisch nicht zu beanstanden. Der Monatszeitraum für Lagerware ist also meines Erachtens o.k.


    Also:


    30 Ampullen bei einem Verbrauch von einer Ampulle alle fünf Tage bedeutet einen Lagerbestand von fünf Monaten! Das ist auch bei einer "konsumentenfreundlichen" Auslegung der Dopingmengenverordnung weit über der erlaubten Höchstmenge. Und 30 Ampullen bei einem Verbrauch von einer Ampulle pro Tag glaubt doch keiner!


    Also: Die Idee mit dem "Fahrtenbuch" - sprich Dopingbuch - ist gut. Allerdings kann das auch nach hinten losgehen, wenn die bei Dir nur noch eine Ampulle finden, in Deinem Buch aber geschrieben steht, dass Du 29 verbraucht und damit 30 besessen hast, falls meine Verteidigungsstrategie doch nicht vor Gericht durchgehen sollte.


    Die Menge sollte also so gering wie möglich gehalten werden. Ein Lagerbestand ist und bleibt eben strafrechtlich riskant. Sicher ist man derzeit eben nur, wenn man die Höchstmengen der Dopingmengenverordnung einhält. Alles andere ist unsicher. Aber man kann das Risiko wenigsten versuchen zu minimieren. Mehr geht derzeit nicht!


    Z dem Fall mit Deinem Nachbarn:


    Nein, das wäre kein Besitz, sondern nur Konsum, der im Amateurbereich überhaupt nicht strafbar ist. Aber der "normale" Konsument hat diese Möglichkeit eben nicht.


    Der "Normalfall" ist: Der Konsument erlangt zunächst den Besitz um dann zu konsumieren. Es geht immer um die vorgelagerte Besitzstrafbarkeit des Konsumenten.


    Davon zu trennen sind die Fälle, bei denen sich der Konsument den Stoff von einem Dritten spritzen lässt ohne diesen jemals zuvor besessen zu haben.


    Denn mit dem Spritzen wird der Stoff Teil Deines Körpers und Du kannst Dich nicht selbst besitzen. Sobald der Stoff also in Deinem Körper ist, gibt es den Stoff juristisch nicht mehr als eigenständige Sache und Du bist daher strafrechtlich fein raus, es sei denn, Du bist ein "Profisportler".


    Um auch die "Profisportler" strafrechtlich kriegen zu können, wurde in § 3 AntiDopG das Tatbestandsmerkmal "bei sich ….. anwenden zu lassen" eingeführt. Das sind zum Beispiel Fälle, wo der Tour-Arzt beim Fahrradrennen den Stoff besorgt und dem Profi dann verabreicht. Das wäre ohne den § 3 AntiDopG für den Profi straffrei.


    Ich schreibe Profi in "", da darunter nicht nur Profis im umgangssprachlichen Sinne fallen, sondern darunter durchaus auch Amateure fallen können und zwar:


    - Athleten, die in das Doping-Testpoolverfahren fallen (Anti-Doping Administration und Management System; abgekürzt "ADAMS"): also Nationalkaderathleten sowie

    - Athleten, die aus der sportlichen Betätigung unmittelbar oder mittelbar Einnahmen von erheblichem Umfang erzielen (wie z. B. Preisgelder, Sponsorengelder etc.)


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  • Ergänzend:


    Welche Höchstmenge könnte denn entgegen der Dopingmengenverordnung bei einer "konsumentenfreundlichen" Auslegung noch erlaubt sein?


    Meine Antwort:


    Die im Schwarzbuch erwähnten Mengen für Amateure für eine Monat. Das ist meines Erachtens das Maximum was vielleicht durchgehen könnte. Die Betonung liegt auf vielleicht! Mehr kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wahrscheinlich wird es aber weniger werden oder auch bei der Dopingmengenverordnung bleiben.


    Also: Wer sicher sein will, muss die Dopingmengenverordnung einhalten! Alles andere ist ein strafrechtliches Risiko! Das muss jedem klar sein!

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  • Hallo Das Auge des Vorgesetzten,


    zunächst noch eine wichtige Klarstellung:


    Nach einhelligen Meinung in der Literatur werden die Mengen in der Dopingmengenverordnung zusammengerechnet. Wer also bei mehreren Stoffen jeweils unter der Grenze liegt, kann zusammen darüber liegen. Wie zum Beispiel Testosteron mit Nandrolon zusammengerechnet wird: Keine Ahnung. Das steht nirgendswo.


    Ich kann nur vermuten, dass man mit Prozentzahlen rechnen. Also zum Beispiel:


    - Testosteron: 60 % Prozent der Höchstmenge

    . Nandrolon: 50 % der Höchstmenge

    - insgesamt 110 %


    Darüber = strafbar!


    Steht aber - wie gesagt - nirgendswo. So würde ich aber rechnen!


    Dein gebildeter Fall:


    Wenn Du Rechtsgeschichte machen willst, kannst Du es probieren. Ich würde dann aber nur 4 Ampullen je 250 mg Testo E nehmen, so dass Du nur leicht über der nicht mehr geringen Menge liegst. Wenn Du eine so geringe Menge nicht bekommen kannst, dann nehme die Geringste darüber liegende Menge, die Du bekommen kannst.


    Dann wäre es nicht schlecht, wenn Du nicht nur ein Blutbild hast, sondern auch noch andere Beweismittel des Eigenkonsums. Da könnte zum Beispiel eine Videoaufnahme helfen. Zuletzt hilft dann vielleicht noch ein Spende an die Kirche für göttlichen Beistand. Denn den könntest Du dann sicherlich gut gebrauchen.


    Zuletzt muss ich dann noch raten: Tue es nicht! Ich hoffe, dass das nur ein theoretischer Fall ist, den Du gebildet hast. Ich habe das zumindest so verstanden.

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  • Nehmen wir an, ich bestelle 10 Ampullen, denn weniger geht nicht, und schmeiße 7 weg?

    Ich bin beeindruckt! Du bist richtig kreativ!


    Ich hoffe aber, dass Du Dir dann aber auch Gedanken darüber machst, ob und wenn ja, wie der Stoff ordnungsgemäß zu entsorgen ist.


    Denn eventuell gibt es für bestimmten Dopingmittel besondere Entsorgungsvorschriften.


    Immerhin gehört das Zeug doch zum bestimmungsgemäßen Gebrauch in den Körper und nicht in die Tonne!


    Ob es hierfür Entsorgungsvorschriften gibt, ist mir nicht bekannt.


    Ich kenne aber einen Fall einer geschlossenen Apotheke. Da wurde alles von dem Lieferanten abgeholt und entsorgt.


    Die Stoffe wurden von dem Apotheke nicht einfach so weggeschmissen! Vielleicht lag das auch nur an dem Zeug nach dem BTMG.


    Zum Fall:


    Wenn Du Absicht hättest, die 7 Ampullen nur zu erwerben und zu besitzen, um diese dann wegzuschmeißen, läge insoweit keine Absicht des Dopings zum Zwecke des Sports beim Menschen vor. Dann wäre das sogar nach der Dopingmengenverordnung mit nur 3 Ampullen mit Dopingabsicht straffrei, wenn das auch glaubhaft wäre.


    Daran könnte das scheitern. Und dann wäre das ein Fall wie jeder andere. auch. Die Aufgabe der Dopingabsicht könnte aber ggf. strafmildernd berücksichtigt werden.

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  • hallihallo du schreibst


    Ich gehe davon aus, dass man sich durchaus bewusst ist, dass die Dopingmengenverordnung juristisch bedenklich ist und in dieser Form so vor den Gerichten möglicherweise nicht bestehen kann. Wenn ein Fall vor das Bundesverfassungsgericht geht, wird das Gericht dem Gesetzgeber daraufhin die verfassungsrechtlichen Grenzen konkret aufgezeigt, so dass dann der Gesetzgeber bis an die Grenze des verfassungsrechtlich Erlaubtem gehen kann. Man testet also zunächst aus, wieweit man gehen kann und dafür muss man überreißen. Das wird dann so gemacht, dass man sich eine Begründung sucht, die nicht völlig abwegig ist und das macht man bei der Dopingmengenverordnung mit der therapeutischen Menge.


    Ich denke du hast einige Hebel hier aufgezeigt, die man ansetzen kann, um Chancen zu einer erfolgreichen Verteidigung zu haben. Je nach Menge natürlich. Und ich glaube, dass kein Jurist der bisher je einen Doper vertreten hat, in solche Richtungen geschaut hast, wie du es tust. Allerdings wurde es doch ein Vermögen kosten bis vors Bundesverfassungsgericht zu gehen oder?


    Ps. Es gab einmal einen Anwalt der vor Jahren Unterschriften gesammelt für eine Petition oder was weiß ich. Auf jeden Fall ging es gegen das Antidopinggesetz. Jemand Infos hierzu?

  • Hallo Matator,


    wenn man erst über den Bundesgerichtshof gehen muss, wird sich das sicherlich erheblich verteuern. Allerdings kann der Strafrichter die Rechtsfrage auch direkt dem Bundesverfassungsgericht vorlegen. Denn hält ein Fachgericht ein Gesetz, auf dessen Gültigkeit es bei der Entscheidung ankommt, für verfassungswidrig, so setzt das Gericht das Verfahren aus und holt die Entscheidung des Verfassungsgerichts ein. Das nennt man Richtervorlage. Dazu muss man den Richter davon überzeugen, dass das Gesetz verfassungswidrig ist. Der Strafrichter könnte dann aber auch das Gesetz in eigener Entscheidung im konkreten Einzelfall verfassungskonform auslegen und daher bei einer "konsumentenfreundlichen " Rechtsaufassung durchaus freisprechen. Man kann eben nicht einschätzen, wie denn so ein Verfahren verlaufen würde.


    Aber umsonst ist das sicherlich nicht! Es gibt zur Kostendämpfung zwei Möglichkeiten:


    - die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten (eher unwahrscheinlich)

    - man sammelt Geld für einen Musterprozess


    Ihr sammelt doch Geld für Dopinganalysen. Dann kann man doch auch einen Musterfall unterstützen. Ich zumindest würde mich an den Verfahrenskosten beteiligen.


    Wie hoch die Kosten im Einzelfäll wären, kann ich so nicht sagen. Das müsste ich erst noch prüfen.


    Dass mit der Petition habe ich noch nicht gelesen. Ich muss das also erst noch checken.

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  • Ja Analyse kostet zwischen 120 und ich glaub ca. 200 Euro bei l4t. Da geben die Leute so fünf bis 20 Euro. Ein Anwalt kostet weitaus mehr. Da bekommen wir niemals die Kohle zusammen wobei die Idee natürlich gut ist.

    Für so eine Summe müsste man ein Crowdfunding machen. Nur hier wäre das wohl unmöglich stemmbar.


    Mike

    Vorsicht von diesen Shops, klauen Daten und erpressen Leute:

    euro-roids // steroidcom1munity // steroidn1etwork// steroid1s4u // roid4u // roid.zo1xx // steroidstore // hilmabiocare // anabolikashop // pblab

    Beiträge und PN-Nachrichten unter Vorbehalt und ohne Gewähr im Hinblick auf Dritte.

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  • ne, hier stehts


    "entgegen § 2 Absatz 3 in Verbindung mit einer Rechtsverordnung nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, jeweils auch in Verbindung mit einer Rechtsverordnung nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 oder Satz 2, ein Dopingmittel erwirbt, besitzt oder verbringt,"


    https://www.gesetze-im-interne…tidopg/BJNR221010015.html


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  • O.k.!


    Zu "wie viel und was drin":


    Wird bei der Mengenangabe der Ester genannt oder nur der Stoff an sich?


    Beispiel:


    Vial mit 10 ml Testosteron Enantat zu 250mg/ml oder mit 1975 mg Testosteron


    Im ersten Fall wäre nur die Beschriftung der Vial übernommen und im zweiten Fall wäre der Inhalt der Vial analysiert worden.


    Ohne Analysedaten haben die nur die Verpackungsangaben, die stimmen können aber nicht stimmen müssen.


    Das könnte nur als Versuch durchgehen mit der Begründung, dass Du dachtest das in den Vials auch drin war was draufstand.


    Aber auch das wäre nicht in jedem Fall ldenklogisch zwingend. Es spricht aber eine tatsächliche Vermutung dafür, dass der Besitzer zumindest das erwerben wollte, was auf der Verpackung steht.


    Denn wieso sollte einer ein Produkt kaufen, wenn er doch weiss, dass nicht drin ist was draufsteht? Er würde sich doch selbst verarschen und wer tut das?


    Kann es solche Fäle in der Wirklichkeit geben? Ich kann mir das mit gesundem Menschenverstand nicht vorstellen.

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