Richtig verhalten bei einer Hausdurchsuchung


  • Kurzfassung: Keinen Widerstand leisten, Anwalt anrufen, Schweigen und nichts unterschreiben


    Im Ermittlungsverfahren können beim Beschuldigten, also demjenigen, der verdächtigt wird eine Straftat begangen zu haben, aber auch bei Dritten Beweismittel beschlagnahmt werden. Dafür kann die Polizei für die Staatsanwaltschaft zum Beispiel Wohnungen, Geschäftsräume oder Fahrzeuge durchsuchen. Die Durchsuchung wird entweder aufgrund eines richterlichen Durchsuchungsbeschluss durchgeführt, oder, wenn es schnell gehen muss, weil sonst Beweismittel verschwinden könnten, auch ohne Durchsuchungsbeschluss.


    Wird bei Ihnen durchsucht, müssen Sie damit rechnen, dass alle Gegenstände beschlagnahmt werden, die als Beweismittel in Betracht kommen, unabhängig davon, wem sie gehören. Sie können sich gegen die Durchsuchung zunächst nicht wehren. Sie müssen die Durchsuchung hinnehmen. Mehr aber auch nicht.


    Folgendes sollten Sie beachten:

    Fragen Sie vor Beginn der Durchsuchung nach dem Namen des Einsatzleiters (notieren) und nach dem Durchsuchungsbeschluss. Lassen sie sich eine Kopie vom Durchsuchungsbeschluss geben. Soll ohne Durchsuchungsbeschluss durchsucht werden, fragen Sie den Einsatzleiter danach, warum die Durchsuchung sofort ohne richterlichen Beschluss durchgeführt werden soll. Lassen Sie sich das Aktenzeichen des Ermittlungsverfahrens geben.


    Weil Sie die Durchsuchung nicht verhindern können, müssen Sie Ruhe bewahren. Behindern Sie die Beamten nicht bei der Durchsuchung. Das wird schnell als Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gesehen und ist strafbar. Versuchen Sie nicht, Beweismittel verschwinden zu lassen oder zu vernichten.


    Sie sind nicht verpflichtet an der Durchsuchung mitzuwirken und sollten dies – jedenfalls ohne Rücksprache mit Ihrem Rechtsanwalt - auch nicht tun.


    Rufen Sie Ihren Rechtsanwalt an. Sie haben das Recht, jederzeit einen Anwalt zu kontaktieren und sich beraten zu lassen. Besprechen Sie mit Ihrem Anwalt, ob die gesuchten Beweismittel freiwillig herausgegeben werden können. So können Sie die Durchsuchung schnell beenden und eventuelle Zufallsfunde vermeiden.


    Sie haben das Recht zu Schweigen! Machen Sie davon Gebrauch und machen Sie keine Angaben zum Tatvorwurf gegenüber der Polizei. Das gilt auch für Partner oder Mitarbeiter. Niemand muss während der Durchsuchung mit der Polizei über die Tatvorwürfe sprechen oder sonstige Aussagen machen. Sie haben das Recht, anderen zu raten, während der Durchsuchung deshalb nicht mit der Polizei zu reden. Reduzieren die Kommunikation mit der Polizei insgesamt auf ein Minimum – kein Smalltalk!


    Lassen Sie sich Protokolle über die beschlagnahmten Gegenstände aushändigen. Widersprechen Sie der Beschlagnahme der Gegenstände dennoch. Dann muss ein Richter über die Beschlagnahme entscheiden. Unterschreiben Sie nichts.

  • Werbung
  • Werbung