Anwendungsgebiete: Diuretikum
Wirksamer Bestandteil: Furosemid
Zulassungsinhaber: Genericon Pharma, Lannach
Wie wirkt das Mittel?
Furosemid fördert die Wasserausscheidung, indem es die Wiederaufnahme von Chlorid und Natrium hemmt. Dadurch wird von der Niere etwa 30% mehr Natrium ausgeschieden.
Weiterhin wird bei unzureichender Herzfunktion sofort eine Verminderung der Herzbelastung erreicht, indem Furosemid zu einer Weitstellung der Venen führt. Dieser Effekt wird auf sog. Prostaglandine (körpereigene, hormonähnliche Wirkstoffe) zurückgeführt. Zusätzlich verringert Furosemid die beim Bluthochdruckpatienten gesteigerte Empfindlichkeit der Gefäße gegenüber Katecholaminen (wichtige körpereigene Überträgersubstanzen wie z.B.: Adrenalin), indem mehr Natrium ausgeschieden wird. Das Mittel vermindert den Blutdruck bei Personen, die an Bluthochdruck leiden, nicht dagegen bei normalen Blutdruckwerten.
In welchen Anwendungsgebieten wird das Mittel eingesetzt?
Bei Flüssigkeitsansammlung im Gewebe unterschiedlicher Ursache
Zur Senkung eines erhöhten Blutdruckes als Einzel- oder Begleitbehandlung
Wie wird das Mittel angewandt?
Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während einer Mahlzeit geschluckt.
Wann darf das Mittel nicht eingesetzt werden?
Bei:
Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Mittels
Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide und chemisch verwandte Stoffe
Nierenversagen mit stark erniedrigter Harnausscheidung
Leberkoma (lebensbedrohlicher Zustand durch Leberversagen) und dessen Vorstufe
Starkem Kalium- oder Natriummangel im Blut
Vermindertem zirkulierenden Blutvolumen
Vergiftungen mit Digitalis
Unzureichender Funktion der Niere durch Vergiftungen mit nieren- oder leberschädigenden Substanzen
Vorsicht bei:
Älteren Menschen, aufgrund der Gefahr einer Minderdurchblutung des Gehirns
Gleichzeitiger Behandlung mit ACE-Hemmern, weil es hier zu einem unerwünscht starkem Blutdruckabfall kommen kann
Niedrigem Blutdruck
Störungen des Blutflusses in den Herzkranzgefäßen oder bei Herzinfarkt
Diabetes mellitus
Gicht oder erhöhten Harnsäurespiegeln im Blut
Beschwerden beim Harnlassen ( z.B. Vergrößerung der Prostata)
Hörstörungen
Störungen der Leberfunktion
Kindern, die an Gelbsucht leiden, da diese verstärkt werden kann
Bauchspeicheldrüsenentzündungen
Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung der Haut und verschiedener Organe)
Darf das Mittel von schwangeren und stillenden Frauen angewandt werden?
Bei schwangeren Frauen sollte Furosemid nur über einen kurzen Zeitraum und unter besonderer ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Stillende Frauen sollten abstillen, da der Wirkstoff in die Muttermilch übertritt und das Mittel weiters die Milchproduktion selbst hemmt.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
Kreislaufbeschwerden
Kopfdruck
Schwindel
Wadenkrämpfe
Appetitlosigkeit
Herzrhythmusstörungen
Magen-Darm-Beschwerden
Hautreaktionen
Blutbildveränderungen
Gichtanfälle
Verschlechterung der diabetischen Stoffwechsellage
Wechselwirkungen sind mit folgenden Substanzen bekannt:
Glukokortikoiden
Laxantien
Carbenoxolon
Lakritze
Nierenschädigenden Antibiotika (z.B. Aminoglykoside, Polymyxine)
Aminoglykosiden (z.B. Kanamycin, Gentamycin, Tobramycin)
Antidiabetika
Pressorischen Aminen (z.B. Epinephrin, Norepinephrin)
Theophyllin
Curareartigen Muskelrelaxantien
Lithium
Chloralhydrat
Anderen blutdrucksenkenden Medikamenten
ACE-Hemmern
Nichtsteroidalen Antiphlogistika (z.B. Indometacin, Acetylsalicylsäure)
Probenecid
Phenytoin
Sucralfat
Cisplatin
Informieren Sie sich über evtl. Wirkungsbeeinträchtigungen bei Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrem Apotheker.
Warnhinweise
Störungen des Elektrolythaushaltes sollten vor der Therapie beseitigt werden.
Liegt ein Kalium- oder Natriummangel vor, so ist auf ausreichenden Elektrolytersatz zu achten.
Wird Furosemid über einen längeren Zeitraum angewendet, so sind regelmäßig Kontrollen der Blutwerte, des Blutdruckes, des Flüssigkeitshaushaltes sowie des Gewichtes beim Arzt durchzuführen.
Vor allem bei älteren Menschen kann eine zu starke Harnausscheidung schnell zur Abnahme des Körperwassers, zu Kreislaufstörungen, zu Gefäßverschlüssen und Embolien (Verschleppung eines Gerinnsels) führen.
Personen, die an Leberzirrhose (narbigem Umbau und Verhärtung der Leber) mit Bauchwassersucht leiden, dürfen anfänglich nur im Spital unter Aufsicht des Arztes Furosemid erhalten.
Unerwartete Abweichungen im Wasser- und Elektrolythaushalt können in einem Leberkoma enden. Deshalb ist die Kontrolle unerlässlich.
Bei Vergrößerung der Prostata bzw. anderen Harnabflussstörungen ist der Harnabfluss engmaschig zu kontrollieren.
Starke, direkte Sonnenbestrahlung sollte vermieden werden.
Vorsicht, das Mittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit herabsetzen (vor allem im Zusammenwirken mit Alkohol)
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http://www.netdoktor.at/medikamente/details.asp?IntId=2247



